Auf nach Israel! Guantanamo Feeling zum Aktionspreis

Strandurlaube langweilen Sie? Auf Malle sind zu viele Deutsche? Sie haben keine Lust in Südöstasien ständig Angebote von Massagen und Taxifahrten dankend abzulehnen und Schiurlaube kommen nicht mehr in Frage seit letzten Winter in Kitzbühel ihre standesgemäße 2 Promilleabfahrt nach dem Apre Ski im Speicherteich geendet hat? Sie wollen endlich einmal einen Urlaub mit Pepp und Spannung aber auf das Trainingslager der Bayern werden Sie nie eingeladen (bdummtsss) und für einen Orbitalflug fehlen noch die nötigen Nullen am Konto? Sie wollen sich einmal in ihrem Leben in die Situation eines Verbrechers hineinversetzen aber haben keine Lust neben Karl Heinz Rummenigge in der Allianz Arena zu sitzen? Nützen Sie die Chance – Fahren Sie nach Israel!

Um das Guantanamo-Verhör-Feeling vollends auskosten zu können sei Ihnen folgende fundierte Reisevorbereitung ans Herz gelegt:

1. Seien Sie männlich! Falls Sie leider mit dem falschen Geschlecht in die Welt gesetzt worden sind, nicht verzagen, auch Justin Bieber hat es geschafft durchaus glaubwürdig als männlicher Sänger durchzugehen.

2. Reisen Sie alleine! Mitreisende, vor allem jene des anderen, bei Befolgung von Punkt 1 weiblichen Geschlechts, können nur zu unnötigen Vertrauensvorschüssen durch die Sicherheitsbeamten führen, welche das anschließende Verhörerlebnis unnötig abkürzen könnten und Sie dadurch ihrer verdienten und gewollten Spannung berauben.

3. Wählen Sie eine geeignete Reiseroute! Dabei ist vor allem die Anreise über ein muslimisches Land zu empfehlen, welches ist dabei nur sekundär relevant. Auf Grund der praktischen Flugverbindungen bietet sich natürlich die Türkei an. Belassen Sie es nicht bei einem simplen Zwischenstopp auf einem der beiden Istanbuler Flughäfen. Nein, gönnen Sie sich ein paar Tage Erholung an einem der unzähligen Strände oder noch besser, reisen Sie in den kulturell in höchstem Maße interessanten Osten des Landes. Die Nähe zu den Transferrouten potentieller IS-Kämpfer und Bürgerkriegsgebieten bringt nicht nur unvergleichliche Reisespannung sondern verhindert auch, dass der israelische Geheimdienst Sie fälschlicherweise als harmlosen Türkeitouristen ohne größere Kontrollen in den jüdischen Staat einreisen lässt. Und wichtig! Selbst wenn Sie als deutscher Staatsbürger in die Türkei ohne Visum mit Personalausweis einreisen könnten, gönnen Sie sich die Verwendung ihres Reisepasses. Ein Türkeistempel macht sich nicht nur optisch sensationell in Ihrem Pass sondern Sie auch gleich noch viel interessanter für die unterbeschäftigten Zollbeamten am Ben-Gurion Flughafen in Tel Aviv.

4. Führen Sie so viele elektronische Geräte wie möglich mit sich! Die Mitnahme mehrerer Kameras, eines Laptops sowie der dazugehörigen externen Festplatten führt dazu, dass Sie die Sicherheitskontrollen am Check-in einmal so richtig auskosten können. Sie wollten schon immer einmal einen Nacktscanner von innen erleben? Hier sind Sie genau richtig. Doch nicht nur dieses Erlebnis wird Ihnen bei richtiger Gepäckwahl zu Teil, nein, zudem kommen Sie noch in den Genuss des kostenlosen Gepäckvollständigkeitschecks. Am Flughafen nimmt sich ein freundlicher Sicherheitsbeamter gerne Zeit für Sie um in Ruhe mit Ihnen gemeinsam ihre sämtlichen Reiseutensilien durchzugehen um auch sicherzustellen, dass Sie nichts im Hotel zurückgelassen haben. Zudem erhalten ihre Geräte und Kleidungsstücke noch eine kostenlose Tiefenreinigung. Mit Wattepads werden sämtliche Sprengstoffspuren auf ihren Klamotten ausnahmslos identifiziert und gerne auch unmittelbar beseitigt. Zudem helfen die freundlichen Beamten auch gerne beim Entrümpeln Ihrer Geldbörse oder dem Befreien Ihrer Hostentaschen von lästigen alten Papiertaschentüchern.

5. Reisen Sie mit Rucksack! Als potentieller Terrorist müssen Sie natürlich flexibel sein um den aktuellen Truppenbewegungen ohne Rücksicht auf asphaltierte Straßen folgen zu können. Ein handelsüblicher Koffer kommt also nicht in Frage. Machen Sie also nicht den Fehler sich schon von mehreren Kilometern aus durch ihren roten Trolley, ihre graue Bauchtasche sowie ihre weißen Sandalen inklusive passender Tennissocken als deutscher Tourist zu erkennen zu geben. Wer würde denn einem Karl-Friedrich die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die ein Ahmed eigentlich verdient hätte?

6. Nehmen Sie das Westjordanland unbedingt in Ihre Reiseplanung auf, und stehen Sie dazu!
Sie wollen eigentlich nur einmal den Tempelberg besteigen, in der Grabeskirche den Todesort Jesu besuchen und im Toten Meer ihre Bildzeitung einmal wo anders als auf der Toilette lesen? Vergessen Sies. So machen Sie es sich zu einfach. Der Israelurlauber von heute nimmt natürlich einen Zwischenstopp im Westjordanland selbstverständlich mit. Und er tut dies auch nicht um in der Geburtskirche Jesu in Betlehem ein Licht zu entzünden, nein, er interessiert sich für das Leben der unterdrückten Palästinenser. Lassen Sie das die interessierte Dame am Einreiseschalter unbedingt wissen. So viel Zeit muss sein.

7. Geben Sie an, sich mit weiteren Freunden in Israel treffen zu wollen, bei genauerer Nachfrage geben Sie an diese zwar zu kennen, sich jedoch nicht an deren vollen Taufnamen erinnern zu können. Somit wird die Überprüfung des Wahrheitsgehaltes Ihrer Angaben weitgehend unmöglich gemacht und Sie können die bequemen Metallsitze im Warteraum der Sicherheitsbehörde gleich noch länger genießen.

8. Planen Sie auf keinen Fall ihrer Reiseroute im Voraus!  Gebuchte Hotels, reservierte Busse, bereits fixierter Rückflug? Alles ist durchgeplant, sämtliche Buchungsbestätigungen vorhanden und somit die Zeit für einen Terroranschlag zwischendurch knapp. Der israelische Geheimdienst, scharfsinnig wie er ist, erkennt das. Das wollen Sie doch nicht, schließlich reisen Sie ja extra mehrere Flugstunden an um mit der israelischen Gesellschaft, vor allem mit der sicherheitsverliebten Schicht am Flughafen, in näheren Dialog zu treten. Geben Sie nicht alles von sich Preis, machen Sie die Leute neugierig. Das funktioniert nicht nur beim ersten Date sondern auch im Verhörraum. Weitere Stunden in trauter Zweisamkeit (mit dem freundlichen Flughafeninquisitor) sind garantiert.

Sie sehen, schon bei Befolgung von wenigen, einfachen Schritten steht Ihrem Abenteuerurlaub im Nahen Osten nichts mehr im Wege. Befolgen Sie diese Vorschläge im Detail und schon in kurzer Zeit könnte Ihr Leben um einmalige Erfahrungen und viele aufregende Momente reicher sein. Bei überzeugender Arbeit besteht sogar die Möglichkeit eines vom Staate Israel finanzierten Gratis-Rückfluges noch am selben Tag!

Geben Sie sich einen Ruck und buchen Sie noch heute ihr One-Way-Ticket nach Israel. Spannung wird garantiert.

Ihr Robert Hartlauer

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